Integrative Berufsausbildung

Möglichkeiten, Bestimmungen, Ansprechpartner

Integrative Berufsausbildung

Die integrative Berufsausbildung ist - wie die Lehre - im Berufsausbildungsgesetz geregelt und gilt seit 1. September 2003. Sie löst die Vorlehre ab, welche gleichzeitig außer Kraft tritt.
Nach den Bestimmungen der integrativen Berufsausbildung können verlängerbare Lehrverträge oder eine Ausbildung in Teilqualifikationen vereinbart werden.
Zielgruppe

Jugendliche, die vom Arbeitsmarktservice (AMS) nicht in eine Lehrstelle vermittelt werden können und entweder

  • am Ende der Pflichtschule sonderpädagogischen Förderbedarf hatten,
  • keinen positiven Hauptschulabschluss aufweisen,
  • Behinderungen im Sinne des Behinderteneinstellungsgesetzes aufweisen oder
  • aus sonstigen in der Qualifikation des Jugendlichen liegenden Gründen bei der Lehrplatzsuche erfolglos bleiben.

Das bedeutet in der Praxis, dass Verträge über Teilqualifikationen oder verlängerbare Lehrausbildung ausschließlich über das AMS vermittelt werden können!

Verlängerbarer Lehrvertrag

Für Jugendliche,

  • die vom AMS für eine integrative Berufsausbildung vorgesehen werden, und
  • bei denen angenommen werden kann, dass sie grundsätzlich in der Lage sind einen Lehrabschluss zu absolvieren,

können Lehrverträge abgeschlossen werden, bei welchen entweder im Laufe der Lehrzeit oder auch gleich am Beginn, eine längere Lehrzeit vereinbart wird.

Voraussetzung: die Verlängerung muss für die Erreichung der Lehrabschlussprüfung notwendig sein. Eine Verlängerung kann um höchstens ein Jahr, in Ausnahmefällen um bis zu zwei Jahre, erfolgen.

Ausbildungsvertrag über eine Teilqualifizierung

Für Jugendliche,

  • die vom AMS für eine integrative Berufsausbildung vorgesehen werden, und
  • bei denen nicht angenommen werden kann, dass sie in der Lage sind einen Lehrabschluss zu absolvieren,

können Ausbildungsverträge abgeschlossen werden, bei welchen Teilqualifizierungen durch Einschränkung auf bestimmte Teile des Berufsbildes eines Lehrberufes vereinbart werden.

Die Dauer der Ausbildung kann - je nach Ausbildungsinhalten - ein bis drei Jahre betragen.

Lehrberuf Koch/Köchin: Berufsbild, Berufsprofil und Ausbildungsvertrag

Ablauf

  1. AMS oder Berufsausbildungs-Assistenz suchen nach einem Ausbildungsplatz in einem Lehrbetrieb. Wenn kein Platz in einem Lehrbetrieb gefunden wird, kann die Ausbildung auch in einer speziellen Ausbildungseinrichtung erfolgen.
  2. Lehrbetrieb und Bewerber legen gemeinsam mit der Berufsausbildungsassistenz, einem Vertreter des Landesschulrats und einem Vertreter des Schulerhalters (Landesregierung) die Ausbildungsziele und die Ausbildungsdauer fest. Dabei sind auch pädagogische Begleitmaßnahmen bzw. die Form der Einbindung in den Berufsschulunterricht festzulegen.
    Kommt eine Einigung für eine verlängerbare oder eine längere Lehre zustande, besteht in jedem Fall die volle Schulpflicht. Bei einer Teilqualifizierung besteht Schulpflicht im Rahmen der festgelegten Ziele. Wenn dies der persönlichen Situation des Jugendlichen entspricht, kann die Einbindung anstatt der Pflicht auch in Form eines Rechts zum Berufsschulbesuch erfolgen.
  3. Der Lehrvertrag bzw. der Ausbildungsvertrag wird bei der Lehrlingsstelle zur Eintragung angemeldet.
    Während der Ausbildung berät und unterstützt die Berufsausbildungs-Assistenz die Jugendlichen und die Ausbildungsbetriebe.
    Vom AMS sind für die Ausbildungsbetriebe Förderungen vorgesehen. Außerdem können im Rahmen der Steuererklärung 1.000 Euro Lehrlingsausbildungsprämie pro Auszubildenden und Jahr geltend gemacht werden.
  4. Nach Abschluss der Ausbildung kann bei verlängerbarer Lehrausbildung eine Lehrabschlussprüfung, und bei Teilqualifizierung eine Abschlussprüfung in Form einer Arbeitsprobe abgelegt werden.

Ein Wechsel zwischen verlängerbarer Lehrausbildung und Teilqualifizierung ist einvernehmlich unter Einbeziehung der Berufsausbildungs-Assistenz und des Landesschulrates in beide Richtungen möglich.

Nach abgeschlossener Teilqualifizierung kann im betreffenden Lehrberuf ein Lehrvertrag abgeschlossen werden. Bei erfolgreicher Abschlussprüfung über die Teilqualifizierung und bei positivem Abschluss des ersten Berufsschuljahres in den berufsfachlichen Fächern wird mindestens ein Jahr der Teilqualifizierung auf die Lehre angerechnet.

Zuständige Stellen und Ansprechpartner

1. IBIS ACAM GEMEINNÜTZIGE BILDUNGS GMBH - Projekt JUNET (Auftraggeber AMS)

ist zuständig für Jugendliche,

die keinen positiven Hauptschulabschluss aufweisen,
aus sonstigen in der Qualifikation des Jugendlichen liegenden Gründen bei der Lehrplatzsuche erfolglos bleiben.

Silvia Tschugg
Fritz -Konzert-Straße 3, 6020 Innsbruck
0512/56 11 60
silvia.tschugg(at)ibisacam.at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.ibisacam.at
www.junet.at

 

PROJEKT: IQ-Qualifizierung und Assistenz
ist ein Projekt für Jugendliche, die

die am Ende der Pflichtschule sonderpädagogischen Förderbedarf hatten,
Behinderungen im Sinne des Behinderteneinstellungsgesetzes aufweisen,
die keinen positiven Hauptschulabschluss aufweisen,
aus sonstigen in der Qualifikation des Jugendlichen liegenden Gründen bei der Lehrplatzsuche erfolglos bleiben.


Mag. Annelies Beugnies
Fürstenweg 87, 6020 Innsbruck
0512/342158
annelies.beugnies(at)ibisacam.at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

2. VEREIN FÜR ARBEITSASSISTENZ TIROL (Auftraggeber Bundeslsozialamt):

ist zuständig für Jugendliche,

  • die am Ende der Pflichtschule sonderpädagogischen Förderbedarf hatten
  • Behinderungen im Sinne des Behinderteneinstellungsgesetzes aufweisen.

Adresse und Kontaktpersonen unter:
www.arbas.at/kontakt.html

Für den Bezirk Reutte: TAFIE Außerfern

Sandra Röder
Dorfstraße 1, 6600 Lechaschau
05672/62 4 86
sandra.roeder(at)tafie.org Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


LEHRLINGSSTELLE TIROL
Helmut Wittmer
Egger-Lienz-Straße 116, 6020 Innsbruck
05 90 905-7301
05 90 905-7315
helmut.wittmer(at)wktirol.at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Quelle:
http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?angid=1&stid=291774&dstid=1445