„Zertifizierung
der Berufseignung“ – PTS Reutte
Ist-Situation:
Die Ergebnsse der PISA-Studie mahnen zu Veränderungen
im Schulsystem. Gerade an den Polytechnischen Schulen werden
Schwächen in den Grundfertigkeiten (Lesen, Mathematik,
etc.), aber auch Versäumnisse der Schulen in der Schullaufbahn
eines Schülers/einer Schülerin besonders deutlich.
Auch im Dialog mit der Wirtschaft erweist sich die PTS als
Anlaufstelle für Wünsche und Beschwerden seitens
der Lehrbetriebe. Die PTS bildet also eine wichtige Nahtstelle
zwischen Schule und Wirtschaft mit allen eigenen, aber auch
von VS und HS „vererbten“ Verantwortlichkeiten.
Im Sinne einer Qualitätssteigerung ist es unser Ziel,
den „Input“ an Kompetenzen in die Berufswelt zu
verbessern – dem Jugendlichen also durch konkrete praxisbezogene
Vorkenntnisse den Start in eine positive Berufslaufbahn zu
ermöglichen.
Idee:
Als geeignete Maßnahme dafür sehen wir die Einführung
einer Abschlussprüfung.
Die Grundidee, solch eine Prüfung zu entwickeln, liegt
auch in der Tatsache begründet, dass viele SchülerInnen
im zweiten Semester - oft nach Vereinbarung einer Lehrstelle
- schulisch nur mehr wenig motiviert sind. Gleichzeitig scheint
das Zeugnis auch vielen Lehrbetrieben nicht so wichtig zu
sein - dieses ist für die berufliche Eignung eines Schülers/einer
Schülerin oft von nur geringer Aussagekraft. Ein Zertifikat,
das im Rahmen einer Abschlussprüfung erworben wird und
das die Befähigung eines Schülers/einer Schülerin
für die Lehre in einem bestimmten Berufsfeld bestätigt,
könnte eine positive Wirkung auf die genannte Situation
haben.
Wir
erhoffen uns durch die Einführung dieses Zertifikats
folgende Vorteile:
·
Qualitätssicherung und -steigerung der Lerninhalte
· Motivation der SchülerInnen bis Ende des Schuljahres
· Chancen für begabte SchülerInnen, sich
zusätzlich auszuzeichnen
· Zugpferdwirkung dieser SchülerInnen, Hebung
des Gesamtniveaus
· Referenz gegenüber der Wirtschaft bzw. den Lehrherren
· Steigerung der Attraktivität unserer Schule
Modus:
Da das Zertifikat die Berufsbefähigung bestätigen
soll, werden nur Inhalte des Fachbereiches abgeprüft.
Die Grundfertigkeiten in Deutsch, Mathematik und Englisch
fließen dabei in die div. Fragestellungen mit ein. Ursprünglicher
Gedanke war, eine praktische Arbeitssituation zu simulieren.
Allerdings wäre dies schwierig zu bewerten. Auch genannte
Grundfertigkeiten könnten nicht in jedem Fachbereich
gleichermaßen eingebunden werden. Es entwickelte sich
deshalb die Idee der Teilprüfungen, in Anlehnung an den
Modus der Matura (Grafik).

Alle
Teile sind gleichwertig und müssen für den Erwerb
des Zertifikats jeweils positiv bewertet sein. Auch ein guter
Praktiker, der sich schulisch nicht besonders auszeichnet,
hat die Möglichkeit, mit ausreichender Vorbreitung das
Zertifikat zu erwerben - es genügt etwa, die Teile 1
und 2 mit “Genügend” zu bestehen. Das Zertifikat
ist zunächst nicht als allgemeine Abschlussprüfung
der PTS gedacht, sondern als besondere Auszeichnung an begabte
und fleißige SchülerInnen - umso wichtiger ist
die Frage, welchen konkreten Vorteil das Zertifikat dem Schüler/der
Schülerin in der Berufswelt bringt. Folgende Bewertungen
sind denkbar: einfacher Erhalt des Zertifikats (bestanden),
guter Erfolg und ausgezeichneter Erfolg.
Der
erste Testlauf sollte bereits in diesem Schuljahr erfolgen,
um in Zusammenarbeit mit Vertretern der Wirtschaft erste Ergebnisse
zu erhalten. Wichtig ist vor allem die Frage, welche Verbindlichkeiten
seitens der Wirtschaft, der Lehrherren oder der Berufsschulen
an dieses Zertifikat geknüpft werden. SchülerInnen,
die zur Abschlussprüfung antreten und diese bestehen,
sollen zumindest ab dem nächsten Schuljahr einen konkreten
Vorteil in Lehrstellenangebot, Aus- und Fortbildung haben.
Um aber mit der Wirtschaft in Kontakt treten zu können
ist eine positive Rückmeldung seitens der Schulbehörde
notwendig.
Eine
unserer Testpiloten - Zenz Sandra

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